Gene und Umwelt spielen zusammen
An der Entstehung von Asthma sind Erbfaktoren ebenso beteiligt wie die Umwelt - ein Wechselspiel zwischen Genen und äußeren Einflüssen. Denn das Krankheitsbild Asthma entwickelt sich häufig bei Menschen mit einer besonderen Veranlagung, die mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit der Atemwege einhergeht.
Familienuntersuchungen belegen die Vermutung, dass bei Asthma eine Kombination aus spezifischen Erbanlagen und bestimmten Umwelteinflüssen eine Rolle spielt. Wenn die Eltern allgemein an einer allergischen Erkrankung leiden, haben deren Kinder ein erhöhtes Risiko, später Asthma zu entwickeln. Die erbliche Anlage allein genügt jedoch nicht. Denn bei eineiigen Zwillingen, die gleiche Gene besitzen, haben nur in 20 % der Fälle beide Kinder Asthma. Es müssen also noch äußere Einflüsse hinzu kommen, um an Asthma zu erkranken.
Umweltfaktoren
Rauchen
Säuglinge und Kleinkinder, die zum Passivrauchen gezwungen sind, entwickeln ein erhöhtes Risiko für Allergien und Asthma.

Umwelteinflüsse, die Allergien hervorrufen, fördern zwangsläufig auch Asthma. Unsere veränderten Lebensbedingungen sind ein wesentlicher Aspekt, wobei die zunehmende Umweltverschmutzung allein nicht die Ursache der steigenden Asthmahäufigkeit ist. Untersuchungen zeigen eindeutig, dass Menschen in Ländern mit starker Umweltverschmutzung (wie etwa die Neuen Bundesländer) wesentlich seltener an Asthma leiden als Personen in weniger belasteten Regionen, zum Beispiel in Westdeutschland.
Die Wohnverhältnisse spielen beim Asthma eine große Rolle. Durch die zunehmende Abdichtung der Fenster und Türen zum Schutz vor Energieverlusten sind Wohnungen heute das ganze Jahr über deutlich wärmer als früher. Infolge dessen steigt die Luftfeuchtigkeit, wodurch Hausstaubmilben gute Lebensbedingungen finden. Hausstaubmilben bzw. deren Exkremente gehören zu den wichtigsten Allergenen, die mit der Atemluft ständig eingeatmet werden. Dadurch können allergische Reaktionen und chronische Entzündungen der Atemwege ausgelöst und Asthma-Erkrankungen gefördert werden. Außerdem bleiben Allergene wegen der ungenügenden Luftzirkulation länger als früher in den Wohnungen, was ebenfalls die Entstehung von Allergien und damit Asthma begünstigt.
Übertriebene Hygiene im Kindesalter
Kinder und Hygiene
Das Immunsystem muss in der Jugend geschult werden. Wird es nicht "beschäftigt", kann es sich andere Aufgaben suchen und z. B. mangels "echter" Feinde auf harmlose Stoffe reagieren. Bei entsprechender Veranlagung können dadurch Allergien und Asthma entstehen.

Eine noch relativ neue Hypothese besagt, dass übertriebene Hygiene im Kindesalter die Asthma-Entstehung begünstigen kann. Immer mehr Kinder in den so genannten Wohlstandsländern leiden unter Asthma, obwohl hier das Gesundheitsbewusstsein und der Hygienestandard sehr hoch sind. In Ländern, in denen diese Errungenschaften nicht so selbstverständlich sind, haben Kinder auffallend seltener Asthma. Einige Forscher gehen deshalb davon aus, dass zwischen übertriebener Reinlichkeit und Asthma ein Zusammenhang bestehen könnte. Ein weiteres Phänomen ist, dass Einzelkinder sehr viel häufiger unter Asthma leidern als Kinder mit Geschwistern.
Der kindliche Organismus muss offenbar früh lernen, vernünftig mit Substanzen in unserer Umwelt umzugehen, zum Beispiel mit Pollen. Wird er durch ausgeprägte hygienische Maßnahmen zu stark abgeschirmt, kann das später übersteigerte Reaktionen des Immunsystems zur Folge haben.