Bei Asthma handelt es sich primär um eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Ziel einer Behandlung ist deshalb eine antientzündliche Basistherapie mit so genannten Controller-Medikamenten.
Die dem Asthma zu Grunde liegende bronchiale Entzündung bestimmt nicht nur die Schwere der Erkrankung, sondern definiert auch den chronischen Verlauf und die Häufigkeit der Anfälle. Ziel einer Behandlung ist deshalb, die dem Asthma zu Grunde liegende Entzündung zu kontrollieren. Je nach Schweregrad und Alter des Patienten (Kleinkind, Kind, Erwachsener) kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Dabei wird zwischen Controllern (Dauermedikation) und Relievern (Bedarfs- bzw. Notfall-Medikation) unterschieden.
Asthma-Controller: Für die antientzündliche Dauertherapie werden Controller-Medikamente verordnet, die eine dauerhafte Kontrolle der Asthma-Erkrankung ermöglichen. Zu den Wirkstoffen der Controller gehören:
DNCG (Dinatriumcromoglicinsäure), Nedocromil
lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika
inhalative kortisonhaltige Präparate
Leukotrien-Antagonisten
Theophyllin
orale Steroide
Asthma-Reliever: Wirkstoffe für Notfall-Medikamente
kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika
Anticholinergika
orale kortisonhaltige Präparate intermittierend
In der Notfallsituation kommen zunächst inhalative, kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika, in schwereren Fällen auch kortisonhaltige Präparate (Prednisolon), Theophyllin oder Beta-2-Sympathomimetika zum Einsatz.
Einteilung der Schweregrade des Asthma bronchiale
Bezeichnung
Symptome
FEV1 bzw. PEF
% Sollwert
Tag
Nacht
4 Persistierend
Schwer
Ständig
Häufig
≤ 60%
3
Mittelgradig
Täglich
> 1x pro Woche
60-80%
2
Leicht
< 1x täglich
> 2x pro Monat
≥ 80%
1 Intermittierend
≤ 2x pro Woche
≤ 2x pro Monat
≥ 80%
Einteilung der Schweregrade des Asthma bronchiale bei Personen ab 14 Jahre
Stufenplan für Erwachsene
Der Stufenplan zur Langzeittherapie von erwachsenen Asthmatikern sieht als Bedarfsmedikation kurz wirksame Beta-2-Mimetika bei allen Schweregraden vor.
Stufenplan für Kinder bis 14 Jahre
Auch hier erfolgt die Therapie entsprechend des Schweregrads (gemäß der Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin).
Stufenplan für Kleinkinder und Säuglinge
In dieser Altersgruppe kann in der Regel die Lungenfunktion nicht erfasst werden, der Schweregrad und Verlauf der Erkrankung wird daher klinisch eingeschätzt. Prinzipiell orientieren sich die Empfehlungen an denen für ältere Kinder.
Zusätzliche Hinweise sind: Im Säuglingsalter ist es häufig sinnvoll, das kurz wirksame Beta-2-Mimetikum mit einem Anticholinergikum zu kombinieren. Bei Anwendung inhalativer Medikationen sollte gerade bei Kleinkindern und Säuglingen auf ein geeignetes System zur Applikation geachtet werden. Kinder von unter zwei Jahren benötigen meist einen Düsenvernebler mit Kompressor, eventuell auch mit einem Dosieraerosol mit Maske und Spacer.
Über Vierjährige können dann schon mit einem Dosieraerosol mit Spacer umgehen, brauchen im Notfall jedoch oft zusätzlich einen Düsenvernebler mit Kompressor.
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